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Artemisia Gentileschi (1593–1656) „Judith enthauptet Holofernes“ und „Die Verkündigung“, im Museum Capodimonte in Neapel


Artemisia Gentileschi „Judith, die Holofernes enthauptet“

Gemälde – Öl auf Leinwand (159 x 126 cm) 1612–1613

Das Gemälde stellt den schrecklichen Moment dar, in dem Judith dem assyrischen General Holofernes den Kopf abschlägt.

Während ihre treue Dienerin Abra mit beiden Händen den linken Arm Holofernes’ festhält, schlägt Judith ihm den Kopf ab.

Artemisia Gentileschi, Judith enthaupten Holofernes, Museum Capodimonte in Neapel, Italien
Judith und Holofernes
Holofernes reagierte, indem er den Ausschnitt von Abrahs Hemd mit seiner rechten Hand festhielt, doch er ist bereits nicht mehr in der Lage, sie von sich zu stoßen, und seine Hand bleibt einfach verkrampft am Rand des Kleidungsstücks, während sein Blick trüb wird und er stirbt.

Die Gesichter von Abra und Judith spiegeln ihre gemeinsame Entschlossenheit wider, ihre Mission ohne das geringste Zögern zu erfüllen, und ohne Furcht vor dem Blut, das aus Holofernes’ Hals spritzt.

Judith umklammert Holofernes’ Haare mit ihrer linken Faust und drückt seinen Kopf fest gegen das Bett.

Mit ihrer rechten Hand, in einer klaren und sicheren Geste, trennt sie dem Feind ohne zu zittern den Kopf ab, wie die Art und Weise zeigt, wie sie den Griff des tödlichen Schwertes fest umklammert.

Die Schönheit und Gelassenheit der beiden Frauen, die in Rot und Blau gekleidet sind , stehen im Kontrast zum Grauen der Szene.

Ein Element, das durch ein herrliches Hell-Dunkel-Spiel im Stil Caravaggios unterstrichen wird, geschaffen von Artemisia Gentileschi.

Artemisia Gentileschi „Judith und ihre Magd mit dem Kopf des Holofernes“

Gemälde – Öl auf Leinwand (272 x 221 cm) 1645–1650

Judith und ihre Dienerin Abra haben soeben den General Holofernes durch Enthauptung ermordet.

Nun müssen sie so schnell wie möglich das feindliche Militärlager verlassen, um nach Bethulia zurückzukehren und den Einwohnern die frohe Botschaft zu verkünden. Doch zuvor wollen sie ihre Trophäe mitnehmen: den Kopf des Generals.

Abra kniet und wickelt den Kopf des Holofernes in ein Tuch ein, während Judith, die noch immer das Schwert in der Hand hält, mit dem sie ihrem Feind den Kopf abgeschlagen hat, sich anschickt, die Kerze zu löschen, die ihnen Licht spendet.

Der Schein der Kerze beleuchtet intensiv die Hälfte des Gesichts und des Oberkörpers von Judith, Abra wird von demselben Licht erhellt, das ihre Körper modelliert und die Falten ihrer Kleidung perfekt hervorhebt.

Wie in ihrem Gemälde, das Judith bei der Enthauptung Holofernes’ darstellt, hat Artemisia Gentileschi erneut das Hell-Dunkel-Spiel meisterhaft eingesetzt, um die emotionale Kraft der Szene wiederzugeben.

Artemisia Gentileschi, Judith und ihre Magd mit dem Kopf des Holofernes, Museum Capodimonte in Neapel, Italien
Judith, Kopf des Holofernes
Artemisia Gentileschi, Judith und ihre Magd mit dem Kopf des Holofernes, Museum Capodimonte in Neapel, Italien
Judith, Kopf des Holofernes

Artemisia Gentileschi „Die Verkündigung“

Gemälde – Öl auf Leinwand (257 x 179 cm) 1630

Diese Verkündigung von Artemisia Gentileschi zeigt Maria, wie sie vor dem Engel steht, der zu ihren Füßen kniet, ähnlich wie in Botticellis Verkündigung von Cestello und der von Leonardo da Vinci, die beide in den Uffizien in Florenz zu sehen sind.

Nur die Verkündigung von Tintoretto, die für die Scuola Grande San Rocco in Venedig gemalt wurde, zeigt den Engel noch im Flug über Maria.

Artemisia Gentileschi, Verkündigung, Museum Capodimonte in Neapel, Italien
Gentileschi, Verkündigung
Diese Verkündigung zeigt uns, dass Maria in diesem feierlichen Augenblick, in dem sie auserwählt wird, das Jesuskind zur Welt zu bringen, keine einfache Sterbliche mehr ist: Sie wird zu einer Auserwählten Gottes, über deren Haupt ein Heiligenschein schwebt.

Der Engel Gabriel zu ihren Füßen hält einen Strauß weißer Lilien in der Hand und beruhigt sie mit den Worten: „Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden.“

Mit der linken Hand zeigt er ihr das göttliche Licht, das sie beide erleuchtet, während seine rechte Hand eine beruhigende Geste macht und ihr verkündet, dass sie auserwählt wurde, den Sohn Gottes zur Welt zu bringen.

Maria verneigt sich ehrerbietig, die rechte Hand nahe am Herzen, und senkt die Augenlider, um das göttliche Kind zu empfangen; plötzlich ist sie nicht mehr nur ein einfaches junges Mädchen, sie wird die Mutter Jesu Christi sein.

Nur die Gesten ihrer Hände verraten ihre große Ergriffenheit, als sie diese Nachricht erfährt: eine Hand ist in einer Geste des Staunens geöffnet, die andere legt sie als Zeichen der Liebe an ihre Brust.

Gott, der in Gestalt der Taube und des Lichts gegenwärtig ist, das den Engel und die Jungfrau vor dem dunklen Hintergrund der Szene erhellt.

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