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Botticelli (1445–1510), Madonna mit Kind und zwei Engeln, Museum Capodimonte in Neapel

Dieses frühe Gemälde von Botticelli, das er im Alter von 23 oder 24 Jahren malte, ist gleichzeitig bewegend und traurig.

Botticelli „Madonna mit Kind und zwei Engeln“

Malerei – Tempera auf Holz (100 x 71 cm) 1468–1469

Die Jungfrau sitzt und empfängt das Jesuskind, das von zwei Engeln getragen wird.

Botticelli, Madonna mit Kind und zwei Engeln, Museum Capodimonte in Neapel, Italien
Madonna mit Kind
Die beiden Engel und das Kind blicken die Jungfrau eindringlich an, ihre Gesichter sind ihr zugewandt.

Der Engel im Vordergrund hält Jesus in seinen Armen und blickt Maria überrascht und verärgert an, während er darauf wartet, dass sie ihr Kind in die Arme nimmt.

Die Jungfrau wirkt gleichgültig, den Blick unter ihren halb geschlossenen Augenlidern gesenkt, sie schaut weder die Engel noch ihren Sohn an.

Jesus streckt seine Arme nach seiner Mutter aus, seine kleinen Füße ruhen in der Handfläche von Marias linker Hand; er blickt sie flehentlich an, als wolle er ihr sagen: „Ich bin da, nimm mich in deine Arme“, während die Engel sie mit einem Blick anstarren, der ihr ihren wenig begeisterten Empfang vorwirft.

Botticelli, Madonna mit Kind und zwei Engeln, Museum Capodimonte in Neapel, Italien
Madonna mit Kind
Die natürliche Freude der Mutterschaft, die sich eigentlich in ihrem schönen Gesicht widerspiegeln sollte, wird von der schrecklichen Vorahnung der tragischen Zukunft ihres Kindes überschattet, die oben links durch das Grab dargestellt wird, in dem ihr am Kreuz gestorbenes Leichnam beigesetzt werden wird.

Die Jungfrau ist das zentrale Element der Szene, sie ist es, auf die die Engel und das Kind blicken, und wir folgen ihrem Blick.

Botticelli hat die Sanftheit und Schönheit der Jungfrau durch das Rot und Blau ihrer Gewänder unterstrichen, die im Kontrast zu den tristen Farben des restlichen Bildes stehen.

Botticelli hat es meisterhaft verstanden, die Melancholie und die Verzweiflung dieser Mutter in einer Szene auszudrücken, in der eigentlich Freude vorherrschen sollte.

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